Die Nikolai-Kirche »zum sprechen« bringen

Was macht eigentlich ein City-Kirchen-Ausschuss?

Als City- oder Stadtkirchen bezeichnet man die Kirchen, die mitten im Zentrum einer Stadt liegen und sich aus der mittelalterlichen Tradition oft im Gegenüber von Marktplatz und Rathaus befinden. Somit ist die Nikolaikirche eine typische City-Kirche.

 

Weithin sichtbar steht der Turm auf dem Siegberg und ist Orientierungspunkt für die Stadt. Das Krönchen ist Wahrzeichen Siegens. In einer Zeit zunehmender Orientierungslosigkeit, weist sie auf den hin, der der Frieden ist und der der Welt einen ganz eigenen Sinn verleiht.

 

Die Leere und Nüchternheit des Raumes ist das eigentliche Thema der Nikolaikirche. Dass diese Leere und Nüchternheit eine spirituelle Qualität erlangt, dass der einzigartig sechseckige Raum durch die Besucherinnen und Besucher lebendig wird, dem sind die alten Bauteile zu- und untergeordnet. Der City-Kirchen-Ausschuss überlegt, wie das Gebäude »zum sprechen« kommen kann.

 

Als City-Kirche verwirklicht die Nikolaikirche den Hinweis auf Gott als das Gegenüber der Menschen durch ihren Raum. Der City-Kirchen-Ausschuss macht genau das zum Thema und versucht, Angebote zu schaffen, die diese Bedeutung unterstreichen. So ist die Kirche vom 1. April bis 30. November verlässlich geöffnet. Es finden Kirchenführungen statt, Turmbesteigungen, die Geschichte der Taufschale wird erzählt und damit an die Verbundenheit des Fürsten Johann Moritz mit der Kirche erinnert. Gedenktafeln der Verstorbenen der beiden Weltkriege, die Fürstenkrone (original im Turmraum), die Lateinschule, Theodor Noa als verfolgter Pastor der Nazizeit, all das will erzählt und gedeutet werden. Dies geschieht auch in der Zusammenarbeit mit der Stadtmarketing Siegen GmbH und den Siegener Stadtführer*innen.

 

Aber auch eine Kooperation mit dem Apollo-Theater (Reihe »Theater und Kirche«) und mit Konzertveranstaltern gehören dazu.

 

Nicht zu vergessen: Es finden regelmäßige Konzerte der Kantorei statt. Zum Beispiel: Konzerte mit Uni-Chor und Uni-Orchester, auch neue Formate wie Klassik für Kinder oder Gesprächskonzerte, gehören zum Angebot der City-Kirche.

 

Zudem findet in der Kirche eine Auseinandersetzung mit gesellschaftsrelevanten Themen statt, z. B. in Podiumsgesprächen wie bei »Talk unterm Krönchen«.

 

Die offene Kirche ist ein Ort der Stille und Meditation, es gibt einen Ort der Sammlung, eine Möglichkeit, eine Kerze anzuzünden. Ein kleiner Raum in der Kirche ist für Begegnung vorbehalten: Kirchkaffee nach Gottesdiensten oder anderen Veranstaltungen, vertrauliche Gespräche während der Öffnungszeiten.

 

Im Rahmen der City-Kirchenarbeit gibt es über die eigenen Gottesdienste und Veranstaltungen hinaus auch Angebote wie: Musik und Andacht in der Adventzeit, Turmblasen an den Adventssamstagen, die Christmette an Heiligabend, die Kantate zum Mitsingen, der Passionsweg der Frauen. Für Angebote im Kirchenkreis und Solidarraum stehen der Gedenkgottesdienst zur Zerstörung Siegens am 16. Dezember und z. B. Gottesdienste der Evangelischen Studierendengemeinde. Dazu kommen Ausstellungen. Hier ist besonders Petra Georg Achenbach mit ihrer Ausstellung »Jeder Mensch ist eine Perle« in Erinnerung. Aber auch einige Egli-Ausstellungen, der Tag der Obdachlosen 2024 sowie eine Ausstellung der EFL unter dem Titel: „Was bleibt“, die für dieses Jahr geplant ist.

 

Im jährlichen Kalender stehen fest die Nacht der offenen Kirche (im Juni) und der Tag des offenen Denkmals (2. Sonntag im September) auf dem Programm.

 

An all diesen Punkten und Fragen arbeitet der City-Kirchen-Ausschuss. Zurzeit wird an neuen Möglichkeiten überlegt.

 

Der City-Kirchen-Ausschuss freut sich über kreative Menschen, die gerne darin mitarbeiten wollen, sei es kontinuierlich oder auch mal nur punktuell oder projektbezogen. Bitte sprechen Sie mich, den Vorsitzenden des Ausschusses, an.

 

Pfarrer Stefan König